Die Bundeskanzlerin hat in ihrer Regierungserklärung am wichtigsten Ziel der neuen schwarz-gelben Koalition keinen Zweifel gelassen: "Wachstum zu schaffen" - um möglichst schnell aus der tiefen Wirtschafts- und Finanzkrise herauszukommen. Dafür ist sie sogar bereit, noch weitere Schulden zu machen. Aber kann ein überschuldeter Staat überhaupt Wachstum generieren? Und vor allem: Bringt Wachstum, so wie wir das von früher kennen, dann wirklich auch Jobs?

In Bezug auf die Einflussmöglichkeiten der Politik sitzt der Schock der zunächst einmal gescheiterten Opel-Rettung tief. Auch die bayerische Landesregierung konnte Quelle nicht vor dem Aus bewahren. Und so rückt die im Bundestagswahlkampf gern verdrängte Frage wieder in den Fokus: Ist es überhaupt die Aufgabe des Staates, Arbeitsplätze zu retten? Dürfen dabei einzelne Firmen bevorzugt werden? Auch viele Unternehmer kritisieren das... Wäre es nicht sinnvoller, Steuergelder in Arbeitsplätze der Zukunft zu investieren?

Bei "Maybrit ILLNER" kann der neue Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle an diesem Donnerstag erläutern, wie er sich den Weg zu mehr Wachstum und neuen Arbeitsplätzen vorstellt. Die Opposition hat seine Pläne bereits als absolut ungenügend verworfen. In der Runde: Hasso Plattner, Mitbegründer und heute Aufsichtsratschef der SAP - seine Firma steht wie keine zweite in Deutschland für die Möglichkeit, in einer neuen Branche Jobs zu schaffen und Weltmarktgeltung zu erreichen. Plattner hat aus seinem Privatvermögen eine Menge Geld in Lehrstühle investiert - nur neues Wissen könne neue Jobs schaffen, glaubt er.

Klaus Franz hingegen, der Betriebsratschef von Opel, kämpft natürlich für die Arbeitsplätze in der Autoindustrie, die in den letzten Jahrzehnten der wichtigste Jobmotor war. Und Friedrich Kiesinger, Neffe des früheren Bundeskanzlers Kurt-Georg Kiesinger, hat sich als Psychotherapeut um tausende Menschen gekümmert, die ihren Arbeitsplatz verloren hatten oder an psychischen Problemen litten. Kiesinger hat sie nicht nur therapeutisch betreut, sondern selbst eine Firma gegründet, in der viele von ihnen wieder ins Arbeitsleben integriert werden konnten.

Brauchen wir in der deutschen Wirtschaft jetzt mehr Pioniere, die neue Wege einschlagen? Und wie viel Hoffnung kann die schwarz-gelbe Bundesregierung machen? Darüber diskutiert Maybrit Illner mit ihren Gästen. Maybrit ILLNER: "Merkel bestellt Wachstum - wer liefert die Jobs?" - Donnerstag, 22:15 Uhr live im ZDF.