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09. Februar 2010
 

Maybrit Illner

 
donnerstags, 22.15 Uhr
Rückblick: Maybrit Illner vom 24.09.2009
Reichstag - Schriftzug aus Scrabblesteinen zum Thema Bundestagswahl. Quelle: ZDF,imago/sepp spiegl/mev
Die Wischi-Wachi-Wahl?

Wechsel oder weiter so?

Die Wähler haben die Qual

Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sieht für nach der Bundestagswahl nicht die unmittelbare Gefahr einer Koalition aus SPD, Grünen und Linken. Er glaube, "dass es im Moment kein rot-rot-grünes Bündnis gibt" sagte Stoiber in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Allerdings werde das "in einem oder zwei Jahren anders aussehen", betonte der CSU-Politiker. Er gehe davon aus, dass eine große Koalition aus Union und SPD ein hohes Maß an "Unsicherheit" berge und keine volle Legislaturperiode regieren werde. Das Votum am Sonntag sei somit eine "verdeckte Richtungswahl".

 
 
 
Edmund Stoiber. Quelle: ZDF
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Edmund Stoiber
Antje Vollmer. Quelle: ZDF
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Antje Vollmer
Renate Schmidt. Quelle: ZDF
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Renate Schmidt

Für die CSU in Bayern prognostizierte Stoiber einen Beitrag zum Wahlergebnis der Union von "an die 50 Prozent". CSU-Chef Horst Seehofer werde "sicherlich mit Abstand das beste Ergebnis der Union" holen. "Es wäre schön, wenn einige Landesverbände der CDU in die Nähe der CSU kämen", so der Ex-Ministerpräsident.

Die Grünen-Politikerin Antje Vollmer sieht dem Wahltag für ihre Partei mit gemischten Gefühlen entgegen. "Es wird ein gutes Ergebnis geben und wir werden trotzdem insgesamt unter unseren Möglichkeiten bleiben", sagte sie. Die Gestaltungsmöglichkeiten, die die Grünen brauchten, hätten sie nicht. Das Ausschließen von Koalitionen finde sie "Schwachsinn". Angefangen habe das mit der "unsäglichen Dämonisierung und Moralisierung der Ypsilanti-Debatte". Damals habe sich der potenzielle Grünen-Koalitionspartner SPD "in diese Ecke treiben" lassen. "Das war Dummheit", sagte Vollmer.

"Nicht konsensfähig"

Die frühere bayerische SPD-Chefin Renate Schmidt betonte dagegen, inhaltlich sei das, was die Linke derzeit vertrete, für die SPD "über weite Teile nicht konsensfähig". Jenseits eines Bündnisses mit der Linken habe ihre Partei jedoch "nichts ausgeschlossen". Schmidt verteidigte die Arbeit der SPD innerhalb der großen Koalition und damit die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes und die Einführung der Abwrackprämie. Dies seien sicherlich Maßnahmen für eine Übergangszeit, aber dafür, dass niemand Erfahrung mit einer solchen Finanz- und Wirtschaftskrise gehabt habe, seien sie sehr gut gewesen.

Uli Hoeneß. Quelle: ZDF
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Uli Hoeneß

Bayern-Manager Uli Hoeneß hat die Unternehmer in Deutschland zum Umdenken aufgefordert. Unternehmer sollten so arbeiten, dass es zuerst "dem Arbeitnehmer gut geht und dann dem Aktionär", sagte Hoeneß bei Maybrit Illner. Dieser Grundsatz sei in den letzten Jahren "von allen" falsch eingeschätzt worden, auch von allen politischen Parteien. Die Politik sollte zugeben, "dass sie mindestens genau so viel Schuld an dem Desaster" der derzeitigen Wirtschaftskrise habe wie die Manager, forderte Hoeneß.

Günter Wallraff. Quelle: ZDF
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Günter Wallraff

"Steinmeier ist im Wort."

Der Autor Günter Wallraff prophezeite der SPD die "schwächere Position" in einer möglichen großen Koalition. Diese sei "übel für die SPD", denn eigentlich müsse sich die Partei regenerieren. In der Opposition hätte die SPD die Chance "eine andere Partei" zu werden. Dazu müsse dann auch das Führungspersonal ausgewechselt werden. Doch noch sei der Wahlausgang - auch auf Grund der vielen Unentschlossenen - für die Sozialdemokraten noch offen. Ein rot-rotes Bündnis schloss aber auch Wallraff aus: "Steinmeier ist im Wort."

Michael Stich. Quelle: ZDF
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Michael Stich

Der bekennende FDP-Wähler Michael Stich hält Koalitionsaussagen vor einer Wahl für fragwürdig. Parteien sollten sich nach dem Willen der Wähler zusammenschließen. So sei zum Beispiel auch in Hamburg eine Regierung aus Grünen und CDU möglich geworden. Festlegungen vor der Wahl führten nur zu mehr Unsicherheit also zu mehr Sicherheit bei den Wählern. Stich forderte ähnlich wie Hoeneß die Politik auf, Fehler einzuräumen: "Ich habe noch nie einen Politiker gehört, der sich für Fehler entschuldigt."

 

Infobox

Die Gäste:

  • Edmund Stoiber (CSU), CSU-Ehrenvorsitzender und langjähriger Ministerpräsident Bayern
  • Renate Schmidt (SPD), ehemalige Bundesministerin, trat 1994 und 1998 bei den Landtagswahlen als Spitzenkandidatin der SPD gegen Stoiber an
  • Antje Vollmer (Bündnis '90/Die Grünen), von 1994 bis 2005 war sie Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
  • Uli Hoeneß, Manager FC Bayern München, Unternehmer
  • Günter Wallraff, Autor und Publizist
  • Michael Stich, Tennis-Legende

    mehr Infos zu den Gästen


 
 

Sendungsinformationen

Donnerstag, 24.09.2009 22:15 - 23:15 Uhr

VPS 24.09.2009 22:15

Länge: 60 min

Talkshow, Deutschland, 2009

  • 16 zu 9
  • Chat
  • Livestream
 

Abstimmung

Finden Sie es gut, dass Parteien schon vor der Wahl bestimmte Koalitionen bedingungslos ausschließen?