Die mit ihrem Kampf gegen Altnazis weltbekannt gewordene deutsch-französische Journalistin Beate Klarsfeld hat sich nach eigenem Bekunden immer als "wiedervereinte Deutsche" gefühlt. "Meine Aktionen waren für West- und für Ostdeutschland", sagte Klarsfeld, die 1968 mit ihrer Ohrfeige für den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger für Schlagzeilen sorgte, in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Sie habe, vor allem auch in Israel, viel Anerkennung und Auszeichnung erfahren. "Ich kann sagen, ich bin stolz, Deutsche zu sein", sagte Klarsfeld.

Die Politaktivistin betonte, sie habe kein Problem damit, dass sie jetzt von der Linkspartei für die Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen wurde. Die Partei tue "sehr viel gegen das Vergessen und für die Aufarbeitung der Vergangenheit", sagte Klarsfeld. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nannte es "bedauerlich", dass Klarsfeld in Deutschland bislang staatliche Ehrung versagt blieb. Dies sei vor allem deshalb zu bedauern, weil es hierzulande immer wieder Exzesse mit rechtsextremem Hintergrund gebe.
Studiogast Thomas Quasthoff - Starsänger und selbst von der Contergan-Katastrophe betroffen - äußerte sich in dieser Sendung zu den Gewinnen, die das Unternehmen Grünenthal bis heute mit Contergan mache: ¿Das Medikament wird, wenn auch mit Zusatz auf den Packungen, immer noch verkauft. Das heißt die Firma Grünenthal macht immer noch Milliarden Gewinne mit diesem Medikament. Es gibt in Brasilien wieder neue Contergan-Fälle und ich finde das in einer Zeit, wo Sie mit Recht sagen, das ist vielleicht heute nicht mehr möglich, immer noch einen Skandal.¿ Diese Aussage ist so nicht korrekt: Zwar findet der Wirkstoff Thalidomid seid den neunziger Jahren wieder Einsatz in der Behandlung u.a. von Lepra, wird aber nicht mehr von Grünenthal vertrieben. Der gesamte Umsatz des Unternehmens weltweit lag zuletzt bei 864 Millionen Euro. Eine detaillierte Darstellung der historischen und aktuellen Fakten findet sich auf der Unternehmensseite:
Die Conterganopfer haben sich in verschiedenen Verbänden organisiert:

Seehofer sprach sich im Verlauf der Sendung für ein Verbot der NPD aus. "Ich bin sehr nachdrücklich dafür, dass sich die Politik wieder der Frage des NPD-Verbots zuwendet", sagte der CSU-Chef. Nach seiner "festen Überzeugung" sei die NPD verfassungsfeindlich. Es sei eine "Pflicht, alles zu tun, damit sie nicht offen agieren kann", wies Seehofer Argumente zurück, wonach ein Verbot die Partei lediglich in Untergrundstrukturen drängen würde.

Weltklasse-Bassbariton Thomas Quasthoff forderte ein Überdenken der allgemeinen Haltung des "Immer-mehr-wollen" und damit meine er nicht nur den Privatmann sondern auch die großen Firmen. Es sei für Hartz-IV-Empfänger schwer nachvollziehbar, dass für sie angeblich kein Geld da sei, obwohl auf der anderen Seite in der Industrie Millionen-Abfindungen gezahlt würden "für Menschen die einfach schlecht ihren Job machen"; so Quasthoff. Er sei dagegen Neid zu schüren. Es sei aber in Deutschland so, dass immer dort, wo Dienst vom Menschen am Menschen geleistet werde, am schlechtesten bezahlt werde. "Und da stimmt etwas nicht." Es müsse möglich sein, "ein Land und eine Demokratie so zu gestallten, dass die Menschen das Gefühl haben, dass die soziale Schere einfach nicht zu groß wird", forderte der Sänger.

Der langjährige Spiegel-Chef Eriche Böhme zeigte sich kritisch gegenüber dem Begriff der sozialen Marktwirtschaft. Dies sei nicht mehr als ein Schlagwort, dass im Grundgesetz nicht vorkomme. Viel mehr sei sie eine Wirtschaftsform die ohne Kontrolle des Staates überhaupt nicht funktioniere. An sogenannte Selbstheilungskräfte des Marktes glaube er nicht. Grundsätzlich zeigte sich Böhme zuversichtlich, dass Deutschland die aktuelle Krise überwinden werde. Dennoch glaube er nicht, dass zum Beispiel die Bundespräsidentenkandidatin der SPD, Gesine Schwan, "so daneben liege". Soziale Unruhen in Folge möglicherweise ansteigender Arbeitslosigkeit schloss Böhme nicht aus.

Die Europaabgeordnete der Linkspartei Sahra Wagenknecht kritisierte die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Wirtschaftkrise als Flickschusterei. "Wir haben richtig akute Armut und dagegen wird nichts getan", so Wagenknecht. Sie forderte dazu auf, grundsätzlich umzusteuern und zur Kenntnis zu nehmen, dass die Politik "der Entfesselung der Märkte" gescheitert ist und dass es eine "radikale Umverteilung von Einkommen" brauche.

DSDS-Finalist Fady Maalouf sagt, mit Blick auf seine Kindheit im Libanon, dass er die "Panik" im Lande angesichts der Krise nicht verstehe. Er habe "gelernt zu überleben". Deutschland sei seine "große Chance" seine Träume zu verwirklichen. Das Leben in der Bundesrepublik bedeute für ihn "Sicherheit". Hier habe er sich von Anfang an "adoptiert" gefühlt.